Reisen & Vision Quest

Äussere Reisen unterstützen Sie auf Ihrer Reise zu sich selbst ganz besonders. Vieles, was Ihnen im Aussen begegnet, kann als Hinweis dienen oder ist Antwort auf eine Ihrer Fragen. Wenn Sie Neues im Aussen entdecken, lernen Sie gleichzeitig noch unbekannte Seiten von sich selber kennen, was Sie wirklich berührt und was Ihnen wichtig ist oder nicht.

Wüstenreisen: Frauen-Kamelkarawane in der Sahara, algerischer Hoggar oder Air im Niger

Die Stille und Weite der Sahara erfahren, auf uralten Karawanenwegen unterwegs sein, die Tuareg-Kultur kennen lernen, unter dem Sternenzelt schlafen, mit dem eigenen Kamel wandern oder reiten...

Diese Reise bietet zusätzlich die Gelegenheit, den starken, herzlichen Tuareg-Frauen zu begegnen. Sie können die Magie der Wüste und die Reise für Ihre persönliche Entwicklung nutzen und in Frauenthemen einzutauchen.

Organisation: Stiftung Iferouane, www.kamelkarawanen.ch. Die Stiftung unterstützt die Tuareg mit Projekten in Niger & Algerien.

Co-Leitung: Lara Barbara Stutz mit Anina Fux (Organisatorisches) und Adem Mellakh-Sieber (Lokaler Führer)

Datum: 6. - 27. November 2010

Preis: Fr. 5300 inkl. Flug und allen Leistungen vor Ort (exkl. Visagebühr, Reise zum Flughafen, persönliche Ausgaben)

Wir empfehlen frühzeitige Anmeldung für bestmögliche Vorbereitung

 

 

 

 

Reisebericht

Mitte November startete die 1. Frauen-Kamelkarawane in Richtung Hoggar. Schon bei der ersten Runde am Flughafen in Genf war eine besondere, angenehme, offene Stimmung unter den Frauen spürbar. „Sich neu gebären“, „eine neue Lebensphase beginnen“ wurden nebst „Neugier“, „Interesse an der Tuareg-Kultur“, „Freude auf die Stille und Weite“ als Ziele der Reise genannt.

Nach der Reise, Ankunft früh morgens in Tamanrasset und ein paar Stunden Schlaf legten wir ganz bewusst unsere europäischen Kleider ab und wechselten in die farbigen Tuareg-Kleider. Schon nach einer kurzen Autofahrt erreichten wir die Tuareg-Männer und die Kamele, die auf uns warteten.

Für fast alle Teilnehmerinnen war es die erste Nacht überhaupt die sie im Schlafsack draussen, unter freiem Himmel und wunderbarem Sternenzelt verbrachten. Etwas mulmige Stimmung war beim Schlafengehen schon zu spüren – und am nächsten Morgen viel Erleichterung und Überraschung wie angenehm und aufgehoben die Nacht gewesen war. Schnell wurde das Schlafen unter dem wunderbaren Sternenzelt Gewohnheit und ist etwas was vielen nach der Rückkehr besonders fehlt.

Es folgte der spannende Moment wo der Karawanenführer Uhätah die Kamele verteilte. Zum gegenseitigen Kennenlernen wanderten wir den ersten Morgen zu Fuss mit dem Kamel und schon nach der ersten Mittagspause im Schatten einer Akazie und einer Siesta durfte aufgestiegen werden. Nach diesem ersten Ritt wertschätzten wir in einer gemeinsamen Runde den Mut den es braucht, sich auf so Neues, Unbekanntes einzulassen. Wie herrlich sich einfach einmal zu erlauben, stolz auf sich zu sein, es zu zeigen und auszusprechen! Diese an und für sich Kleinigkeiten aufzunehmen, zu benennen, wie es eben auf einer Spezialkarawane möglich ist, bewirkt bei vielen schon ganz viel. Alte Muster werden in Frage gestellt, eigene Zurückhaltungen können überschritten werden und ganz neue Erfahrungen können gemacht werden.

Nach drei Karawanentagen erreichten wir den Lagerplatz von wo aus wir die Frauen von Uhätas Familie besuchten und unglaubliche Gastfreundschaft erfuhren. Wir waren alle gespannt als wir in unseren von Uhätah liebevoll umgelegten Frauenkleidern den Hügel hoch zu den Schilfhütten stiegen. Nach der ersten Begrüssung wurden wir in das eigens für uns(!) hergestellt Lederzelt geführt. Schon bald lachten wir alle herzlich denn die Frauen fanden fanden es dringend nötig, uns zu zeigen, wie die Stofftücher wirklich umgelegt werden. Es war sehr berührend wie schnell eine einfache Herzlichkeit da war.

Wir wurden wie Gäste bei einer Hochzeit begrüsst und bewirtet. Nach und nach kamen alle Frauen des Clans vorbei und begrüssten uns. Am Nachmittag wurde getrommelt und gesungen. Die Stimmung war geprägt von viel Vertrauen, Offenheit und es war einfach wunderbar in einem solchen Kreis von Frauen jeden Alters und verschiedenen Kulturen zu sitzen und Gemeinsamkeit zu spüren.

Mit einer Hand eingewickelt im Plastiksack damit das Henna noch einwirken konnte, mit dem eine junge Targia unsere Hände bemalt hatten, machten wir uns Ende Nachmittag auf den Weg zurück zu unserem Lager. Wie bei den Tuareg üblich lagerten wir als Gäste ein gutes Stück von ihrem Lager entfernt. In Stille schritten wir alle durch die Wüste – jede in ihre Gedanken versunken, dabei das Erlebte zu verdauen.

Am nächsten Tag nahmen wir wieder den Weg unter die Füsse, voller Erwartung darauf wie die Begegnungen heute sein würden. Liebevoll war alles vorbereitet um uns Tätigkeiten und Handwerk der Targias zu zeigen. Es war eindrücklich, einmal selber die uralten Arbeiten auszuführen: mit dem Mahlstein Korn mahlen, Hirse im Mörser stampfen, Schilfmatten flechten. Mit den Kindern gab es ganz viel herzlichen Kontakt und schweren Herzens verabschiedeten wir uns von unseren Gastgeberinnen.

Am Nachmittag sangen und trommelten die jungen Frauen für und mit uns und die Jungs zeigten ihre Reitkünste auf den Kamelen. Wirklich eindrücklich wenn ein 4jähriger auf einem Kamel durch die Wüste trabt....

Nach diesen sehr berührenden Begegnungen ging unsere Karawane weiter und ein Karawanen-Alltag entwickelt sich. Aufstehen beim ersten Tageslicht, Frühstück am Feuer, gemeinsame Morgenübung und Input für den Tag von Lara Barbara. Nach einer Morgenetappe lagerten wir jeweils im Schatten eines schönen Baumes für Mittagspause, Essen und Siesta. Öfters nutzten wir diesen Moment für wohltuende Körperzeit/Massage bevor es am Nachmittag eine weitere Etappe reiten oder gehen gab. Abends fanden die Tuareg-Männer immer von Neuem wunderbare Lagerplätze und nach dem Suchen eines Schlafplatzes gab es gemeinsame Zeit am Feuer mit den Tuareg-Männern, Gespräche unter den Frauen, manchmal eine besondere gemeinsame Übung oder Gesprächsrunde, singen, Geschichten erzählen.....

Die Wüste, die Weite und Stille, das Reiten und Gehen wirken sehr öffnend und bringen viel in Bewegung. Das Liegen und Sitzen auf der Erde, das kostbare, erdige Wasser, das immer brennende, wärmende Feuer und die Gemeinschaft unter den Frauen und mit den Tuareg-Männern tragen alle zu einem tiefen Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit bei – ideale Voraussetzungen damit Dinge ins Bewusstsein kommen können, die im Alltag verborgen bleiben. Während dem Gehen und Reiten war jeweils Zeit und Raum um einfach zu geniessen oder um mit aufgetauchten Themen, Gefühlen und Träumen unterwegs zu sein. Die Coaching-Gespräche unterstützten die Teilnehmerinnen dabei, Altes zu verarbeiten, tiefe Erkenntnisse zu machen, Lösungen zu finden, Gefühle zu vertiefen und verändern. Es wurde viel Transformation und Heilung erfahren.

Die letzten Tage waren noch mal von verschiedenen Höhepunkten geprägt. Auf dieser Reise waren wir sowohl im Hoggar wie auch im Tassili (Vorgebirge) unterwegs und erreichten sogar die Sanddünen-Gebiete auf Wegen die nur noch unsere zwei Führer kennen. Ein unvergessliches Erlebnis! Wir besuchten alte Kultstätten und sahen Felsgravuren von der Zeit wo in der Gegend noch viel Wasser, reichlich grün und Elefanten, Giraffen und Kühe hier leben konnten. Heute ist das fast nicht zu glauben.

Der Abschied vom „eigenen“ Kamel fiel schwer. Auch zuzuschauen wie die Tuareg-Männer davon ritten machte etwas wehmütig. Gleichzeitig spürten alle auch Freude auf daheim wo es jetzt drum geht, neu gewonnene Erkenntnisse zu leben, Ideen umzusetzen, Neues auszuprobieren und Altes zu verändern.

Es schien, dass wir Tamanrasset vor sehr langer Zeit verlassen hatten – soviel wurde in den drei Wochen erlebt und erfahren.
Nach letzten Einkäufen in der Stadt, Umpacken und Duschen traten wir die Heimreise an – genährt, gekräftigt und mit leuchtenden Herzen.

Herzen haben uns übrigens während der ganzen Reise begleitet. So wäre Herzkarawane vielleicht auch ein passender Name für diese erste Frauen-Karawane. Während der ganzen Reise wurden in allen Formen und Farben Steinherzen gesehen und gefunden. Am Schluss gab es sogar grössere Sandkörner in Herzform! Symbole für unsere weit geöffneten Herzen? Die herzlichen Begegnungen?

 

Feedbacks

"Aus Neugierde habe ich mich für die Frauenkarawane angemeldet. Aber mein Unterbewusstes wusste es besser. Es meldete sich an um sich selbst zu finden. Die sagenhafte Landschaft mit ihren tausenden von Symbolen, die Tuareg mit ihrer sanften und hingebungsvollen Fähigkeit, ihre Arbeit zu tun und für uns da zu sein und die begleitende Prozessarbeit von Lara Barbara und Anina sind an Tiefe, Ganzheit und Grösse gar nicht zu beschreiben. Ich durfte durch Freude, Trauer, Wut und eine unsagbare Liebe gehen und komme als ganz neuer Mensch zurück. Vielen vielen Dank für alles. Eure Friederike“

„Der weite Sternenhimmel relativiert viele unserer Sorgen, Nöte, Ängste. Sie werden in der Weite und Tiefe der Wüste klein wie Sandkörner.“ F.M.

„Ich habe unglaubliche Kräfte, Ideen und Träume gespürt während den Wochen hier.“ F.M.

„In der Stille und Zeitlosigkeit hier hörte ich endlich meine innere Stimme.“ F.M.

„Ich bin zutiefst beeindruckt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Tuareg(frauen). Sie haben nichts und verschenken alles. Bei uns ist es genau umgekehrt.“ F.

Nach der Reise

„Es hat sich sehr viel verändert. Ich bin erwachsen geworden. Ich sehe viele Dinge anders. Ich bin glücklicher als vorher. Ich gehe ganz anders durchs Leben. Ich habe mich das erste Mal zugehörig gefühlt in einer Gruppe; mein Aussenseiter-Thema hat sich verändert. Ich höre und spüre jetzt auch, dass ich daheim vermisst wurde.“ Fr.S. (22)

„Es haben sich Sachen verändert wo ich schon lange dran war daheim, viel gearbeitet habe damit und doch nicht wirklich weiter gekommen bin. Dies wurde ermöglicht durch die Natur, die sanfte Geborgenheit die die Tuareg vermitteln, ihr geerdet-Sein, deine aufdeckende, unterstützende und manchmal auch herausfordernde Art zu begleiten und meine Bereitschaft.“ F. M.

„Es war schön, dass es durch deine Begleitung und die Rahmenbedingungen dazu möglich war, so in die Tiefe zu gehen. So tief wäre ich nicht gekommen auf einer normalen Karawane. Ich nehme wahnsinnig viel mit – auch dank der guten Vorbereitung aufs Heimgehen.“ F.M.

 


 


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© Lara Barbara Stutz 2005